
Was rät man jemandem, der nicht mehr davonlaufen will? Vor der Einsamkeit, die manchmal leise ist und manchmal laut und pochend.
Was sagt man jemandem, der sich immer wieder verlassen fühlt? Allein. Getrennt.
Vielleicht: „Begib dich auf die Suche – nach dem, was dir fehlt. Mach dich auf die Reise.“
Ich sehe eine Person. Bepackt mit einem großen Rucksack geht sie einen grünen Hügel hinauf. Schritt für Schritt. Sie geht mit Bedacht. Und scheint doch irgendwie abwesend.
Was trägt sie mit sich?
Was denkt sie?
Was sucht sie?
„Bestätigung“, kommt mir in den Sinn. Vielleicht eine leise Gewissheit, dass sie genau so gemeint ist. Dass nichts an ihr zu viel ist. Und dass nichts – wirklich gar nichts – fehlt. Dass genau sie – ihre Art zu sein – die Welt bereichert.
„Das bist du. Genau so.“
Doch diese Stimme aus dem Herzen dringt nicht – noch nicht – zu ihr durch. Zu laut sind die Zweifel, die Fragen und die Unsicherheiten. Noch. Der Verstand will Antworten. Sofort. Insbesondere für das, was sich nicht greifen lässt.
Ich empfinde Mitgefühl mit der Person, während ich sie dort den Hügel hinaufgehen sehe. Und Respekt. Ich kann die Einsamkeit nachfühlen. Und bin voller Ehrerbietung dafür, dass sie sich aufmacht.
Während ich sie beobachte, kommt mir in den Sinn, wie ich mich selbst aufgemacht habe. Getragen von einer Sehnsucht, von der ich lange nicht wusste, wo sie mich hinführen sollte – und würde.
Kennst du die Geschichte von dem kleinen Kind, das sein Baby-Geschwisterchen zum ersten Mal im Arm hält? Während die Eltern mit etwas anderem beschäftigt sind, flüstert es ihm ins Ohr: „Erzähl mir von Gott. Wie ist es dort? Ich beginne allmählich, es zu vergessen.“
Meine Reise hat mich definitiv auf neue Wege geführt. Wege des Wachstums, der Selbsterkenntnis, der Verlorenheit – und der Wiederentdeckung.
Wege, von denen ich mir vorstellte, sie führten mich näher zu „Spirit“. Das taten sie auch. Doch vor allem führten sie mich näher zu mir selbst.
Nach all den Wegen, einer Reise, die immer noch weitergeht, lade ich Menschen, mit denen ich zusammen sitze und die ich mag, gerne ein:
„Erzähl mir vom Menschsein. Von dir.“
Und mein Herz öffnet sich. Es lauscht. Es sieht. Und es erkennt dieses Leuchten. Manchmal sanft und manchmal kraftvoll. Und immer wahr. Und zutiefst berührend. Für das in uns, was sich berühren lässt.
In diesen Momenten ist spürbar:
Das ist es.
Genau so.